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Hundeverbot für den Kiessee in Hage

Die Samtgemeinde hat also beschlossen ein saisonbezogenes Hundeverbot für den Kiessee in Hage bzw. den Kurpark auszusprechen und im Anschluss noch die Leinenpflicht für die Wintermonate einzuführen. Testweise versteht sich. Ganz großes Kino.

Hundeverbot für den Kiessee
(c) Michael Kusnierz

Als unmittelbar betroffener Hundehalter, siehe Foto, kann ich dies nicht unbedingt nachvollziehen. Man begründet die Entscheidung seitens der Samtgemeinde Hage mit dem Fokus auf Ruhe, Ordnung und Sicherheit.

SICHERHEIT – Kam es zu unmittelbaren Unfällen mit Hunden? Mir ist persönlich kein Fall der letzten Jahre bekannt und ich kann mich auch nicht an eine mediale Ausschlachtung bezüglich eines Hundeangriffs erinnern. Nun die Keule zu schwingen und alle Hundehalter ob der Begriffsstutzigkeit einiger – auf gut Deutsch – Idioten abzustrafen lässt einen faden Beigeschmack aufkommen. Da die Samtgemeinde Hage eine Sicherheitsfachkraft für den Park beschäftigt, wäre es doch ein leichtes empfindliche Ordnungsstrafen bzw. -strafsätze einzuführen. Durch die obligatorische Verpflichtung durch das Lande Niedersachsen den eigenen Hund im Landeshunderegister zu erfassen und der allgemeinen, generellen Chippflicht wäre es auch recht einfach Vergehen und Verstöße dokumentarisch festzuhalten, sowie notorisch Lernresistenten über Strafen beizukommen.

Stattdessen einfach ein Hundeverbot für den Kiessee in Hage.

Nehmen wir den zweiten aufgeführten Aspekt, namentlich RUHE, unter die Lupe. Will man uns ernsthaft vorgaukeln HUNDE würden in der Hauptsaison die Ruhe mehr stören als feiernde Jugendliche und Touristen? Gerade in den Bademonaten ist es schwer zwischen dem Geschrei von Jugendlichen ein Hundebellen zu vernehmen – um den Sachverhalt mal in Relation zu setzen. Sicher, Dauerkläffer sind ein Problem, aber da die Leute mit ihren Hunden im Park spazieren gehen, ist dieses Problem lediglich ein temporäres und wird anschließend in die Gärten der Feriensiedlung verlagert.

ORDNUNG. Ja, es gibt sie: Die Unverbesserlichen. Diejenigen, die die Hinterlassenschaften der Hunde nicht beseitigen. Diejenigen, die ihre Hunde nicht anleinen wenn sich Mitmenschen nähern. Diejenigen, deren Hunde keine Erziehung genossen haben. Aber seien wir mal ehrlich – auch dies ließe sich über empfindliche Strafen in den Griff kriegen. Aber nein, gar nicht erst versuchen. Ich frage mich wo der Appell an diejenigen Kurparkbesucher bleibt, die statt Hundehaufen ihren Müll kreuz und quer auf dem Gelände verteilen.

Die Samtgemeinde rühmt sich ja auch doch “so viele Kotbeutel und ähnliches” bereitgestellt zu haben, aber diese seien ja von den Hundebesitzern nicht entsprechend genutzt worden. Mal abgesehen von der Tatsache, dass es gar nicht so viele sind – im Vergleich zu hundefreundlicheren Orten – ist das Problem ja auch hausgemacht. Jahrelang wurde das Verhalten nicht geahndet und  toleriert. Was nun allerdings passiert ist eine Verallgemeinerung. Es gibt nämlich auch die verantwortungsbewussten Hundehalter. Hundehalter, die vorausschauend handeln, Hinterlassenschaften beseitigen und deren Hunde die Grundkommandos sicher beherrschen.

Hundehalter in Hage haben es nicht unbedingt leicht. Ein Großteil des Jahres darf der Hund – abgesehen vom eigenen Grundstück (wenn vorhanden) – nicht frei herumtollen, sondern ist durch die Brut- und Setzzeit leinenpflichtig. Das ist in Ordnung. Im Gegenzug erwarte ich allerdings von der Gemeinde, die von MIR Steuern erhebt, diese, wenn auch nicht zweckgebunden, doch zumindest auch teilweise für eine hundefreundliche Umgebung einzusetzen. Gibt es in Hage eine ausgewiesene Freilauffläche für Hunde? Nein. Gibt Kotbeutel und ausreichend Mülltonnen auf den Wanderwegen? Nein. Man kassiert fröhlich die Hundesteuer. Oder man macht noch ein wenig mehr Kasse mit “gefährlichen” Hunden, die es laut fehlender Rasseliste in Niedersachsen eigentlich ja gar nicht gibt bzw. den wirren Köpfen einiger Gemeindebeamter entsprungen zu sein scheinen und vergrault einen sicher nicht unerheblichen Teil der Kurparkbesucher.

Es hätte der Samtgemeine sicherlich nicht schlecht getan Lösungsvorschläge, auch seitens der Bevölkerung, für die Situation zu sammeln, auszuwerten und erst dann eine Entscheidung herbeizuführen

Hundeverbot für den Kiessee in Hage – Nein, Danke!

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