Rettet die UEK oder doch lieber eine Regionalklinik?

Da ist er nun, der lang ersehnte Vorschlag zur Restrukturierung der Krankenhauslandschaft in Ostfriesland: Der Bau einer Regionalklinik.

sasint / Pixabay

Es muss wie ein Schlag ins Gesicht derjenigen wirken, die so vehement gegen eine Zentralklinik bzw. für den Erhalt der wohnortnahen Krankenhäuser kämpften. Und doch, was bleibt denn anderes übrig?

Alternativlos

Eine neue Regionalklinik löst viele Probleme. Die defizitären Strukturen und Mehrfachstationen über die drei Krankenhäuser hinweg lassen keinen anderen Schluss zu. Ein relativ kleiner geografischer Einzugsbereich und bspw. der Verlust des Status als Hochschul-Lehrkrankenhaus: Das alles summiert sich. Eine Region, die ohnehin schon mit lokalem Ärztemangel zu kämpfen hat, versuchte krampf- und krankhaft junge und gestandene Ärzte hierher zu locken. Bedenkt, dass in den Kliniken normalerweise die Facharztausbildung erfolgt. Nur bietet leider keines der Häuser das notwendige volle Spektrum für die Ausbildung. Nein, man wäre genötigt zu zirkulieren. Mit teilweise langen Fahrtwegen wohlgemerkt. Hinzu kommt die größtenteils veraltete Technik.

Studenten der etablierten Hochschulen meiden das ländliche Ostfriesland ohnehin. Wenig kulturelle Abwechslung, große Fahrtstrecken, wenig Anreiz für den Alltag. Warum sich also auf das Abenteuer UEK einlassen?

Regionalklinik als Ausweg

Nach dem abgeschmetterten Bürgerentscheid im Jahr 2017 nun also ein neuer Anlauf mit anders lautenden Titel. Das ist nicht schön, geradezu unfein, denn die Zentralklinik wurde ja durch das Votum Emdens ganz offiziell verhindert. Doch was war denn das letztliche Ergebnis des Entscheids? Die Schließung von Stationen. Statt Abbau von Stellen im Rahmen einer mehrjährigen geordneten (Vor-) Ruhestandsregelung nun Job- und damit verbundene Existenzangst. Die Mitarbeiter der Kliniken waren und sind ohnehin mehrheitlich vom Thema Zentralklinik überzeugt – das haben Befragungen und Demonstrationen für den Bau der ZK in der Vergangenheit gezeigt.

Aufhalten lässt sich die Konsolidierung in der Krankenhauslandschaft und der Gesundheitsversorgung (leider) nicht. Es gilt profitabel zu arbeiten. Eine weitere Belastung bzw. Erhöhung zur Finanzierung des Gesundheitssystems lässt sich wohl kaum der arbeitenden Bevölkerung verkaufen, außer es handelt sich um die Besserverdiener. Wir sprechen hier aktuell immerhin über einen Abzug von knapp 15% beim Gehalt.

Asterix und Obelix

Im Comic ist alles so leicht. Da stellt sich das kleine gallische Dorf gegen die vermeintlich durch und durch bösen Invasoren und fährt einen Sieg über den Imperator nach dem anderen ein. Lustig und unterhaltend, aber den historischen Kontext vollkommen ignorierend. Es gibt keinen Zaubertrank und es gibt keinen Sieg gegen eine Politik, die schon lange beschlossen wurde.

Es gilt nun das Optimum aus der Sache zu machen und das schnell und zielführend. Und wenn eine Regionalklinik in Ostfriesland es schafft viele der oben genannten Probleme zu lösen. Ja, warum dann unbedingt Asterix spielen?

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